Arbeitswelten
Anzeigensonderveröffentlichung

„Wir wollen den Bürgerdialog“

Dr. Harald Hasselmann, über die Potenziale von Berlin, Gesundheitslösungen von morgen und das Konzept eines Co-Creation-Space

Von Beatrice Hamberger

Herr Hasselmann, Berlin gilt als führende LifeScience-Region in Deutschland. Bei der Impfstoffentwicklung scheint aber der Südwesten den Hut auf zu haben, wie BioNTech und Curevac belegen. Was schlussfolgern Sie daraus?
Die Metropolregion Berlin kann mit anderen nationalen und internationalen Gesundheitsstandorten durchaus mithalten. Allerdings müssen wir an zwei Dingen arbeiten: Mehr patentgeschützte Erfindungen sowie insgesamt mehr Innovationen. Unser Vorschlag eines Co-Creation-Space ist einer dieser innovativen Ansätze, um Wissenschaft und Wirtschaft besser zusammenzubringen.

Co-Creation-Space?
Es gibt kaum einen Ort auf der Welt, an dem in einer so dichten Konzentration Intelligenz und Engagement aus Unternehmen, Forschung, Politik, Kunst und Zivilgesellschaft zusammenkommen wie in Berlin. Dies möchten wir nutzen, um Gesundheitslösungen von morgen zu entwickeln. Dafür wollen wir einen virtuellen und physischen Entwicklungs- und Designraum schaffen, der Akteure aus den unterschiedlichen Bereichen miteinander vernetzt. Zudem ist er ein Ort des offenen Bürgerdialogs. Er verbindet vier Elemente: Dialog, Erleben, Entwickeln und Realisierung.

Harald Hasselmann ist im Vorstand von Eckert & Ziegler und Vorsitzender des Forums Gesundheit im VBKI.
Harald Hasselmann ist im Vorstand von Eckert & Ziegler und Vorsitzender des Forums Gesundheit im VBKI. Foto: Eckert & Ziegler

Wie soll das praktisch aussehen?
Covid19 hat gezeigt, wie wichtig Akzeptanz bei Gesundheitsfragen ist. Vakzine oder Apps werden nur angenommen, wenn Belange und Bedürfnisse der Bevölkerung integriert sind und Befürchtungen gehört werden. Wir fangen an, Gesundheit hierarchiefrei zu denken. So entwickeln wir die nächste Warn-App für die kommende Pandemie gemeinsam – kuratiert von Bürgerinnen und Bürgern, mit der Sensibilität datenschutzrechtlicher Anforderungen und dem Ziel, eine verlässliche, akzeptierte, funktionierende Lösung zu schaffen. Im Co-Creation-Space arbeiten wir zudem an Digital Therapeutics und an digitalen Präventionsmaßnahmen „Made in Berlin“.

In einem VBKI-Papier wird Berlin als „globaler Wegbereiter einer wertebasierten Gesundheitsbranche“ beschrieben. Große Worte, was verbirgt sich dahinter?
Datenschutz ist wichtig, auch Vertrauen der Bevölkerung. Diese Werte müssen früh in die Entwicklung von Lösungen einbezogen werden. Nehmen Sie die Corona-App, der weder ausreichend vertraut wurde noch wurde verstanden, wie wichtig sie für Gesundheitsschutz ist. Deshalb muss man reden. Nennen Sie es „Bürgerdialog“, „Co-Creation“ oder „Citizen-Science“. Dies sind die Wege, wie in Zukunft moderne Produkte entwickelt werden.

Wie weit ist der Co-Creation-Space?
Wir haben für unser Konzept große Zustimmung erfahren, von Unternehmen und Politik. Nun möchten wir in die Umsetzung gehen und suchen nach Räumen und finanzieller Unterstützung.