Arbeitswelten
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Alles anders

INNOVATION/DISRUPTION: Unvorhergesehene Ereignisse wie eine Pandemie können die Entstehung von Neuem befördern

Von Henning Banthien, Kirsten Giering, Monika Maria Lehmann und Michael Knoll

Als sich der VBKI entschloss, den 800. Geburtstag Berlins in den Blick zu nehmen und eine Vision für die Stadt zu entwickeln, lag dieses Datum für viele weit in der Zukunft, für einige klang es bereits nach morgen.

Klar war: Die Zukunft sollte nicht die Fortschreibung der Gegenwart sein als ein Hier und Jetzt, nur moderner. Der Blick nach vorne ist begrenzt, Zukunft birgt Ungewissheiten. Für die kommenden eineinhalb Dekaden müssen wir mit Veränderungen rechnen, die wir noch nicht einmal ahnen. Der ehemalige US-amerikanische Verteidigungsminister Donald Rumsfeld nannte sie einmal die „unknown unknowns“.

Homeoffice hat in der Coronakrise einen Durchbruch erlebt.
Homeoffice hat in der Coronakrise einen Durchbruch erlebt. Foto: Imago

Das iPhone war so ein „unknown unknown“, als es 2007 das Licht der Welt erblickte. Ein Handy, ja, aber ein ganz anderes. Es hat Arbeits- und Privateben komplett verändert. Das Smartphone ist das letzte, was wir aus den Fingern legen, bevor wir einschlafen, und es ist das erste, was wir nach dem Aufwachen in die Hand nehmen. Wir erstellen damit Einkaufs- und To-do-Listen, vertrauen ihm die geheimsten Wünsche an, erfahren, ob wir Corona haben, wir shoppen damit, organisieren unseren Urlaub, wir verlieben uns alle elf Sekunden, wir schreiben Emails, verschicken Whatsapp-Nachrichten. Und manchmal telefonieren wir auch damit.

Seit März 2020 erleben wir eine disruptive Erfahrung anderer Art. Eine kollektive, ökonomische und soziale Disruption in verschiedenen Wellen. Sie hat die Stärken der Menschen zutage gefördert, aber auch die vielen strukturellen Probleme des Landes. Moritz Schularick weist in seinem bald erscheinenden Buch darauf hin, wie sich der deutsche Staat in der Coronakrise selbst entzaubert hat. Im Frühjahr 2020 schien Deutschland die Pandemie vorbildlich zu bewältigen. Im Laufe der Krise habe es sich immer deutlicher als nur bedingt handlungsfähig erwiesen. Die Politik, so der Bonner Ökonom, ließ strategischen Weitblick vermissen, verlor sich stattdessen in Detailregelungen und in unübersichtlichen Zuständigkeitsbereichen.

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Deutschland leistet sich für gute Zeiten einen großen Staat. Der erweist sich jedoch als schwach und überfordert, wenn rasch Entscheidungen gefällt werden müssen, für die es kein Regelbuch gibt. Jetzt ist Zeit für die die Einsicht, dass in Krisen Dinge notwendig werden, die in normalen Zeiten falsch sind. Das Wahljahr 2021 ist der richtige Moment, über ein Update der Bundesrepublik und des Landes Berlin nachzudenken.

Die Pandemie kann sich als schöpferische Zerstörung erweisen. Sie verdrängt und zerstört alte Strukturen, ermöglicht aber auch eine Neuordnung. Sie beschleunigt Entwicklungen, die Digitalisierung erfährt den lang vermissten Durchbruch. Neuland wird neues Land. Unternehmen mussten andere Formen der Zusammenarbeit und der Kommunikation einüben. Nach Monaten im Homeoffice stellt sich das Verhältnis von Führung und Vorgesetzten, die Frage nach der Autonomie der Mitarbeiter neu. Oft zum Vorteil der Unternehmen.

Ein Co-Creation-Space, wie ihn der VBKI als Ort des Austausches und der Innovation konzipiert hat, bindet zwei Entwicklungen zusammen: die bessere Verzahnung von Wissenschaft und Wirtschaft und die Erkenntnis der Gesundheitsbranche, sich anders aufzustellen. Es geht um Arbeitskräfte, die gesellschaftliche Akzeptanz von Medizin, den rasanten Bedeutungszuwachs von Health Sciences. Die Metropolregion Berlin-Brandenburg hat alle Chancen, zur führenden globalen LifeScience-Region zu werden. Das zeigt: Innovation und Disruption sind notwendig für Prosperität.